US-Regierung belegt Anthropic Fable und Mythos mit Export-KontrolleBorns IT- und Windows-Blog

Anthropic darf ab sofort seine KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 nicht mehr für Nutzer, die nicht US-Staatsbürger sind, anbieten. Die US-Regierung hat Anthropic diesbezüglich mit einem Export-Verbot belegt und führt Gründe der nationalen Sicherheit an. Anthropic hat daher diese Modelle deaktiviert.

Exportkontrollanweisung der US-Regierung

Anthropic hat in einem Statement on the US government directive to suspend access to Fable 5 and Mythos 5 vom 12. Juni 2026 Stellung bezogen. Demnach hat das Unternehmen am gleichen Tag eine Anordnung der US-Regierung erhalten. Unter Berufung auf nationale Sicherheitsbehörden sei von der US-Regierung eine Exportkontrollverordnung für Anthropic Modelle verfügt worden, heißt es. Diese Verfügung untersagt den der Zugriff auf die Anthropic KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 für alle ausländischen Staatsangehörigen.

Dies sei unabhängig davon, ob die ausländischen Staatsangehörigen sich innerhalb oder außerhalb der Vereinigten Staaten befinden. Das schließt sogar ausländische Mitarbeiter von Anthropic ein. Diese Anordnung hat zur Folge, dass Anthropic Fable 5 und Mythos 5 für alle Kunden unverzüglich deaktivieren musste, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Der Zugriff auf alle anderen Anthropic-Modelle bleibt davon unberührt.

Das Schreiben der US-Regierung enthielt keine konkreten Details zu den Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit. Nach dem Anthropic Verständnis geht die Regierung davon aus, dass ihr eine Methode zur Umgehung oder zum “Jailbreaking” von Fable 5 bekannt geworden ist.

Anthropic gibt eine Einschätzung

Diesbezüglich schreibt Anthropic, dass man eine Demonstration dieser spezifischen Technik geprüft habe. Das habe zur Identifizierung einer kleinen Anzahl bereits bekannter, geringfügiger Schwachstellen geführt, die bereits verwendet wurden. Diese Schwachstellen erscheinen alle relativ einfach, und Anthropic habt nach eigenen Angaben festgestellt, dass auch andere öffentlich zugängliche Modelle in der Lage sind, diese Schwachstellen zu entdecken, ohne dass eine Umgehung erforderlich ist.

Anthropic schreibt, man habe strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die die Wahrscheinlichkeit, dass Fable für Aufgaben im Bereich der Cybersicherheit (unter anderem) missbraucht wird, erheblich verringern. Tatsächlich seien die Sicherheitsvorkehrungen so streng, dass sich viele Nutzer darüber beschwert haben, sie seien zu weitreichend.

In den Wochen vor der Einführung von Fable arbeitete Anthropic mit der US-Regierung, der britischen AISI, mehreren privaten Drittorganisationen und internen Teams zusammen, um die Sicherheitsvorkehrungen von Fable insgesamt über Tausende von Stunden hinweg einem Red-Team-Test zu unterziehen. Diese Tests hätten gezeigt, dass die Sicherheitsvorkehrungen von Fable wesentlich wirksamer sind als die aller bisher eingesetzten Modelle.

Bislang sei es keinem Tester gelungen, einen universellen Jailbreak zu finden – also eine Methode, mit der sich die Sicherheitsvorkehrungen des Modells weitgehend umgehen und eine Vielzahl von Cyberfähigkeiten freischalten lassen, heißt es. Anthropic führt noch eine Reihe weiterer Maßnahmen und Einschätzungen an.

Zur Anordnung der US-Regierung heißt es, dass man bislang lediglich mündliche Hinweise auf einen möglichen, begrenzten und nicht universellen Jailbreak erhalten habe. Dieser Jailbreak bestehe im Wesentlichen darin, das Modell aufzufordern, einen bestimmten Code zu lesen und etwaige Softwarefehler zu beheben. Dem Anthroic- Verständnis nach wurde der Regierung ein potenzieller Jailbreak mitgeteilt. Man habe einen Bericht geprüft, von dem man annehme, dass er die Grundlage für die Anordnung der Regierung bildet, und bestätige, dass das darin dargestellte Leistungsniveau bei anderen Modellen (einschließlich OpenAI’s GPT-5.5) weit verbreitet ist und täglich von den Sicherheitsfachleuten genutzt wird, die für die Sicherheit der Systeme sorgen. Anthropic will in den nächsten 24 Stunden weitere Details bekannt geben.

Das stellt einen weiteren schweren Schlag gegen Anthropic dar, hatte das US-Verteidigungsministerium das Unternehmen von Aufträgen ausgeschlossen (siehe Nach Anthropic-Rauswurf beim US-Verteidigungsministerium springt OpenAI ein und die dort verlinkten Artikel).

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